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Paroles

O Elb'! An deinen Ufern aufgewachsen,
In deinen Buchten, deinen grünen Ebnen,
O süßer Traum! − Was ich als Knabe sah,
Ist meinem Geist lebendig wieder nah.

Ich seh' die Elbe, wie sie glänzend wallt,
Den stolzen, prächt'gen Strom, von solcher Breite,
Dass starkes Rufen kaum hinüberschallt
Vom Strande hüben bis zur andern Seite.
Ein mannigfalt'ges frisches Wasserleben
Fühl' ich, als wär' ich dort, lebendig mich umgeben.

Die Bekassine streicht am Ufer hin
Und setzet sich nach kurzer Strecke wieder,
Auf von der Sandbank weiße Möwen fliehn,
Die mit Geschrei sich schwingen auf und nieder,
Und wilde Enten, aufgescheucht durch Stimmen,
Ziehn überhin, wenn zahme ruhig schwimmen.

Es fehlt dem Strande nicht an Schilf und Weiden,
An Netzen nicht, die in der Sonne hängen,
An heitern Dörfern nicht zu beiden Seiten,
Wo Schiffe ruhn, woran sich Kähne drängen;
Nicht fehlt's an Kindern, die im Sande spielen,
An Menschen nicht, die hier sich glücklich fühlen.

Wie lebt's am Strande! − Mädchen sind geschäftig,
In roten Eimern Milch zum Schiff zu tragen,
Fährleute regen flinke Glieder kräftig,
Stromüber setzend Menschen, Pferd' und Wagen;
Von früh zu Abend wechselt der Verkehr,
Von hier hinüber und von drüben her.

Dort kommt ein Schiff, ein andres dort gefahren,
Das leicht hinab, dies schwer den Strom hinauf;
Beladen dieses mit ausländ'schen Waren,
Mit Früchten das zum nahen Marktverkauf;
Dies längs dem Strand von Männern wird gezogen,
Dem leichter Wind und Strömung sind gewogen.

Dort gegen Wind und Strom siehst du lavieren
Ein drittes Schiff, und so der Segel mehr;
Ein sechstes dort mit lust'gen Passagieren,
Ihr Lachen, ihr Geschrei dringt zu uns her;
Das ist ein Leben! Jeder fühlt sich frei! −
Mir wär' es wohl, wär' ich nur auch dabei.

(nach Johann Peter Eckermann)